[Rezension] Girl on the Train – Paula Hawkins

Rezension

Girl on the train


Worum gehts

Rachel ist eine sehr traurige Existenz. Nachdem ihr Mann sie für eine jüngere verlassen hat, wohnt Rachel bei einer alten Freundin. Obwohl auch ihr Job in einer Agentur gekündigt wurde, fährt sie jeden Morgen mit dem Zug nach London und kommt am Abend wieder zurück, nur um ihrer Mitbewohnerin vorzutäuschen, dass sie ein geregeltes Leben mit einer festen Arbeitsstelle führt. Allerdings läuft in Rachels Leben so gar nichts nach Plan. Sie ist Trinkerin und schon vor langer Zeit in ein dunkles Loch gestürzt, aus dem sie ohne fremde Hilfe nicht herauskommen kann – was Rachel allerdings selbst nicht wahrhaben möchte. Stattdessen lebt sie in der Vergangenheit und versucht, anderen Personen die Schuld an ihrem Scheitern zu geben. Täglich blickt sie aus dem Zugfenster hinaus auf die vorbeirasende Welt und gibt sich ihren Fantasien hin, in die sie immer mehr zu versinken droht. Eines Tages erblickt sie – als ihr morgendlicher Zug an einem Haltesignal stoppen muss – ein junges Pärchen im Garten ihres Hauses. Für Rachel das perfekte Pärchen. Sie sitzen auf der Terrasse, unterhalten sich angeregt, küssen sich. Eine Beziehung, die sich Rachel so sehr wünscht. Von da an wirft Rachel täglich einen kurzen Blick aus dem fahrenden Zugfenster auf das perfekte Pärchen mit dem perfekten Leben.

Doch eines Tages entdeckt Rachel die Frau mit einem fremden Mann im Garten. Sie küssen sich. Kurz darauf verschwindet sie spurlos und niemand weiß, was ihr zugestoßen sein könnte. Hat der Fremde sie entführt? Ermordet? Oder war es gar ihr eigener Ehemann? Und warum befand sich Rachel an jenem Abend betrunken in der Nähe des Hauses und hat keinerlei Erinnerungen an diese Nacht?

Was mir gefallen hat
Die Story hat mich vom Klappentext an schon sehr mitgerissen, klang sie doch nach der Art Thriller, die ich so liebe. An manchen Stellen erinnert das Buch ein wenig an Gillian Flynn’s „Gone Girl“, was hier und da leider etwas wiedergekäut wirkt. Trotzdem ist eine eigenständige Geschichte mit ihrer ganz eigenen Entwicklung. Inspiration darf man sich schließlich immer holen. Es dauert zwar ziemlich lange, bis denn endlich etwas passiert, aber dafür war die Auflösung für mich sehr unerwartet. Am Ende konnte ich es kaum noch aus den Händen legen. Die Charaktere weckten in mir gemischte Gefühle, aber wahrscheinlich sind es genau die Gefühle, die die Autorin entstehen lassen wollte. Im Fall von Rachel muss ich leider sagen, dass ich mit dieser Intention nicht gut zurecht kam und die Protagonistin mich somit an der ein oder anderen Stelle etwas „nervte“. Auch fand – für mein Empfinden – keinerlei Charakterentwicklung statt – eigentlich sehr schade! Die restlichen Charaktere des Buches sehe ich als sehr gelungen! Ich empfand mehr Antipathie als Sympathie und das schätze ich an einem guten Thriller sehr.

Was ich nicht so gut fand
Obwohl das Ende für mich überraschend war – was ich durchaus positiv bewerte – braucht die Geschichte ziemlich lange, um an Fahrt aufzunehmen. „Fahrt“ ist hier ein gutes Stichwort, denn Rachel befindet sich während des ganzen Buches quasi auf Zugfahrt und das meist in betrunkenem Zustand. Auf Dauer wirkte das etwas langweilig und redundant. „Rachel ist betrunken, Rachel erinnert sich an nichts, Rachel ist schon wieder betrunken“ war meist das Motto. Der Eindruck, dass sich die arme Rachel in einem miserablen Zustand am Tiefpunkt ihres Lebens befindet, kam dadurch zwar sehr gut rüber, allerdings wurde mir die Protagonistin so immer unsympathischer und ich konnte irgendwann nur noch „Oh, Rachel, oh Rachel…“ denken. Getoppt wurde das nur von Anna, Rachels Gegenspielerin. Ich empfand sie als hinterlistig, naiv und dumm – wahrscheinlich genau die Eigenschaften, die die Autorin kreieren wollte, in diesem Fall ist das also sehr gelungen!

Fazit
Ein Thriller mit dem ein oder anderen kleinen Mangel, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

Bewertung

4 herzen

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