[Rezension] Einfach unvergesslich – Rowan Coleman

Rezensioneinfach unvergesslich

Worum gehts

Claire ist fast vierzig Jahre alt und vergisst allmählich alles um sie herum: wozu ein Lenkgrad gut ist, wie man ein Telefon bedient, wie man einen Kaffee bezahlt. Sie leidet an frühmanifestem Alzheimer und wird immer mehr zu einem Pflegefall. Ihre Mutter zieht gegen Claires Willen wieder bei ihr ein, um sich um sie zu kümmern. Obwohl sie das Haus nicht mehr verlassen soll, weil sie sich verlaufen und nicht mehr nach Hause finden könnte, schafft Claire es trotzdem, immer wieder auszubüxen. Als sie eines Nachmittags in einem Café auf einen Mann namens Ryan trifft und dieser ihr seine Telefonnummer zusteckt, bahnt sich eine kleine Affäre an. Sie treffen sich immer wieder – zufällig oder absichtlich. Und das, obwohl Claire eigentlich seit einigen Jahren glücklich mit Greg verheiratet ist und die beiden eine gemeinsame Tochter haben. Aber Claire fängt langsam an, auch Greg und ihre einzigartige Liebe zu vergessen.
Claires Familie leidet unter ihrer Erkrankung, steht aber trotzdem fest zu ihr. Aber abseits dieses Dramas hat auch Claires bereits erwachsene Tochter Caitlin mit vielen Problemen zu kämpfen. Sie ist schwanger, ihr Ex-Freund will nichts von dem Baby wissen, sie hat ihr Studium geschmissen und zu allem Überfluss weiß sie nicht einmal, wer ihr leiblicher Vater ist – ganz abgesehen davon, dass dieser nicht einmal von ihrer Existenz weiß…

Was mir gefallen hat

Ich habe bei der Auswahl dieses Buches etwas getan, was ich sonst niemals tun würde: Ich habe es wegen des schönen Covers gekauft. Aber nicht nur das Cover, sondern auch die Geschichte hat mich sehr schnell überzeugt. Im Grunde genommen ist es eine sehr einfache Geschichte mit einer relativ „einfachen“ Sprache. Trotzdem gehen Rowan Colemans Worte unter die Haut. Claire muss lernen, mit einer Krankheit umzugehen, mit der täglich viele Menschen zu kämpfen haben. Wie Claire diese Krankheit erlebt, wie ihre Familie damit umgeht, wie der „Nebel“ sie immer mehr verschlingt und wie sie sich in ihren immer seltener werdenden klaren Momenten fühlt – all das hat mich zutiefst bewegt. Auch Caitlins Geschichte rührt den Leser. Rückblickend wirkt das alles zwar ein klein wenig konstruiert und schon sehr „zufällig“ – Mutter vergisst ihr gesamtes Leben, Tochter wird schwanger, ihr Freund macht Schluss, sie schmeißt ihr Studium, sie kennt ihren Vater nicht, sie will alles in Ordnung bringen, scheitert aber vorerst und genau zu den richtigen Zeitpunkten hat ihre Mutter klare Momente, um ihr zu einem Happy End zu verhelfen. Darüber kann man sich streiten. Was viel wichtiger ist: Die Geschichte zeigt dem Leser, was Alzheimer mit einem selbst und mit nahe stehenden Menschen anstellen kann. Und das hat mir das Herz gebrochen. Den Namen seiner eigenen Tochter zu vergessen – das tut weh. Den eigenen Ehemann, die große Liebe des Lebens nicht mehr zu erkennen – das tut noch mehr weh. Aber zu lesen, wie der Ehemann das alles erlebt, wie er weinend im Bett seiner Tochter liegt und trotzdem jede Minute um die Liebe seiner Frau kämpft – das hat mein Herz in tausend Stücke zerschmettert.

Was ich nicht so gut fand

Mein Herz wurde gebrochen.

Fazit

Mitreißend, herzbrechend, traurig. Mehr fällt mir dazu fast nicht ein. Ein paar klitzekleine Schwachstellen gibt es zwar, aber die schlagen sich nicht in die Bewertung nieder. Die Geschichte ist wirklich großartig. Es ist das Schicksal einer Frau und einer Familie und gleichzeitig das Schicksal tausender und abertausener Menschen auf der ganzen Welt. Und das Schlimme an der Geschichte: Ich musste mich ständig fragen: Was, wenn es dir einmal so ergeht?

Wer bei der Lektüre keine Taschentücher neben sich liegen hat, ist selber schuld.

Bewertung

5 herzen

 

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2 Gedanken zu “[Rezension] Einfach unvergesslich – Rowan Coleman

  1. Pingback: Book Journal: Zwanzig Zeilen Liebe – Rowan Coleman |

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