[Rezension] Eisige Schwestern – S. K. Tremayne

Rezension


Eisige Schwestern

Worum gehts

Nachdem Sarah und Angus Moorcroft eine ihrer Zwillingstöchter durch einen schrecklichen Unfall verlieren, zieht die kleine Familie von London auf eine einsame und kalte schottische Insel, um Abstand von all den tragischen Ereignissen zu gewinnen und ein neues Leben anzufangen. Sarah fällt – bereits vor dem Umzug – schnell auf, dass sich der Charakter ihrer noch lebenden Tochter Kirstie sehr verändert hat. Sie spielt nur noch mit den Spielsachen ihrer Schwester, ihre schulischen Leistungen sind nicht mehr die gleichen, ihre Freunde nehmen von ihr Abstand und sogar der eigene Hund verhält sich ihr gegenüber anders. Kirstie ist von Schuldgefühlen geplagt und behauptet dann auch noch steif und fest, dass sie gar nicht Kirstie ist – sondern ihre tote Schwester Lydia. Sarah ist sich bald sicher: Bei der Identifizierung des toten Kindes muss eine Verwechslung stattgefunden haben. Sarah versucht mit allen Mitteln, ihren Mann Angus von diesem Verdacht zu überzeugen – diesem bleiben aber nach all den schrecklichen Monaten der Trauer nichts als Hassgefühle gegenüber seiner eigenen Frau…

 

Was mir gefallen hat

Ich hatte mich lange auf dieses Buch gefreut und es schon weit vor dem Erscheinungstermin vorbestellt, denn es schien mir der perfekte Thriller zu sein – dunkel, ein wenig gruselig, verstrickt und mit viel Gänsehaut-Feeling.
S. K. Tremayne skizziert die Welt der kleinen, vom Schicksal gerüttelten Familie Moorcroft bereits ab der ersten Seite auf eine beeindruckende Weise. Das große perfekte Haus in London, in dem die Sarah und Angus mit ihren beiden Zwillingstöchtern Kirstie und Lydia glücklich waren. Perfekte Eltern, perfekte Töchter, perfektes Leben. Dann das Unglück und alles verdunkelt sich. Absturz in den Alkoholismus, Trauer, Einsamkeit, Streit und nichts als Regen – bis die Familie beschließt, die schrecklichen Ereignisse hinter sich zu lassen und auf einer einsamen Insel in Schottland ein neues Leben anzufangen und wieder glücklich zu werden. Der frühe Wintereinbruch, die niemals endende Einsamkeit und die schwierige finanzielle Situation machen die Umstände für die Familie aber nicht besser. Dunkelheit herrscht im Leben der Moorcrofts und der Autor beschreibt dies auf eine hervorragende Weise. Szenisch konnte ich mir dieses Leben perfekt vorstellen.

Was ich nicht so gut fand

So hervorragend Tremayne das Leben der Familie skizziert, so katastrophal wirkte der Rest der Geschichte auf mich. Obwohl ich die kleine Kirstie/Lydia schnell ins Herz geschlossen hatte, da mir ihr Schicksal sehr nahe geht und ich bei kleinen Kindern sowieso schnell sentimental werde, fand ich Sarah und Angus Moorcroft auf’s Höchste unsympathisch. Je weiter die Geschichte fortschritt, desto absurder fand ich die Handlungen der beiden und musste deren Entscheidungen und Verhaltensweisen sehr in Frage stellen. Ihre Ehe, die ohnehin seit dem Tod der Tochter sehr gelitten hatte, ging nach dem Umzug nach Schottland immer mehr in die Brüche. Sarah wirkte auf mich dabei wie ein dummes, paranoides und weinerisches Sensibelchen, das sich selber und vor allem ihre „Lust“ definitiv nicht unter Kontrolle hat. Und Angus…. naja, Angus wird zwar wiederholt als sehr männlich, stark und furchteinflößend beschrieben, aber mehr steckte leider nicht dahinter. Angus denkt sich stets neue Wege und Mittel aus, wie er seine Frau bestrafen und leiden lassen kann, Sarah durchblickt zwar sein Verhalten und hat auch Angst vor ihm, aber trotzdem „checkt“ sie es nicht wirklich. Immer mit von der Partie: die kleine, verstörte Tochter, stets schreiend „Mama, ich hasse dich!“ – was Sarah auch nicht wirklich kapiert – keine Freunde, isoliert und einsam. Trotzdem will Sarah nur eins: Sex. An einer Stelle gegen Ende des Buches, als die kleine Kirstie/Lydia verängstigt und wütend in ihrem Zimmer sitzt und weint und ihre Mutter nichts anderes im Kopf hat als F*** mich, Angus, f*** mich hart, wurde es mir wirklich zu absurd und ich habe das Buch in die Ecke geworfen.
Hab ich wirklich. Und dabei fast meine Katze erschlagen.

Fazit

Dunkel, unheimlich und mitreißend – so empfand ich das Buch auf den ersten Seiten. Absurd, lächerlich und sinnfrei wurde es für mich gegen Ende. Der Erzählstil von S. K. Tremayne hat mir an einigen Stellen zwar gut gefallen, die Absurdität, in die diese Geschichte jedoch hineingleitet, empfand ich als absoluten Stimmungskiller. Am Ende war ich wirklich sehr enttäuscht, hatte ich mich anfangs doch so auf das Buch gefreut. Geschmäcker sind bekanntlich sehr verschieden und ich bin mir sicher, dass es auch viele Leser gibt, die dieses Buch lieben – nur leider war es nicht wirklich nach meinem Geschmack. Empfehlen würde ich es nicht. Deshalb nur 2 Sterne von mir!

Bewertung2 herzen

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Ein Gedanke zu “[Rezension] Eisige Schwestern – S. K. Tremayne

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