[Rezension] Die letzten Tage von Rabbit Hayes – Anna McPartlin

Rezension

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Worum gehts

Rabbit Hayes liegt im Sterben. Sie hat Brustkrebs im Endstadium und verbringt die letzten Tage ihres noch jungen Lebens in einem Hospiz. Ihre Eltern, Geschwister, Freunde und ihre Tochter weichen dabei keinen Tag von ihrer Seite und obwohl sie wissen, dass Rabbits Situation ausweglos ist, kämpfen sie alle doch bis zuletzt um ihr Überleben.

Erster Eindruck

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Zum einen ist da natürlich Rabbits Sicht der Dinge. Sie ist noch jung, hat eine bezaubernde Tochter und nachdem sie den Krebs bereits bezwungen hatte, kam er trotzdem zurück – diesmal ohne Aussicht auf Heilung. Dann ist da ihr Vater. Eine Person, die niemals aufgibt und immer bis zuletzt kämpft. Gemeinsam mit seiner Frau – Rabbits Mutter – sind sie immer auf der Suche nach einer neuer Therapie und neuen Medikamenten, um das Leben ihrer Tochter zu retten. Obwohl auch Rabbits Arzt ihnen immer wieder klarzumachen versucht, dass es keinen Weg mehr aus der Krankheit gibt und sie sich auf den Tod ihrer Tochter einstellen sollen, kämpft Rabbits Vater weiter. Ihre Mutter hingegen hat den Kampf schon aufgegeben. Auch Rabbits Schwester und Bruder versuchen, Herr dieser traurigen Lage zu werden. Neben dem baldigen Verlust ihrer geliebten Schwester plagt die beiden aber noch eine wichtige Frage: Was passiert mit Rabbits 12-jähriger Tochter Juliet? Wo wird sie leben? Wie wird sie ohne Mutter zurechtkommen? Dabei ist Juliet diejenige, die fest davon überzeugt ist, dass ihre Mutter wieder nach Hause kommen und gesund werden würde – bisher hat es niemand, nicht einmal Rabbit selbst, übers Herz gebracht, Juliet die Wahrheit zu sagen.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und springt dabei auch zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Die Gegenwart beschäftigt sich mit dem Warten auf den Tod. Die Vergangenheit hingegen erzählt eine Geschichte voll Liebe, Freundschaft und Lebensfreude, aber auch eine Geschichte von Sehnsucht und Verlust. Es ist die Geschichte von Johnny, Rabbits erster großer Liebe.

Was mir gefallen hat
Es war nicht das erste Mal, dass ich ein Buch lese, das sich mit dem Thema Krebs oder anderen Krankheiten befasst. Ich begegne diesem Thema mit Respekt, schließlich ist der Tod durch schwere Krankheit etwas, das den Menschen tagtäglich passiert. Die Geschichte von Rabbit hat mich erschüttert und mitgerissen. Anna McPartlin versteht es sehr gut, ein so sensibles Thema gefühlvoll und nah zu behandeln. Sie findet schlichtweg für jede Lebenssituation die richtigen Worte.

Dass Rabbit am Ende sterben wird, steht ja schon im Titel. Eine Überraschung ist es also nicht. Trotzdem hat es mich sehr getroffen, kam es doch ein wenig unvermittelt. Das Besondere an dieser Geschichte war für mich jedoch, dass sich nicht jeder Satz mit dem Tod befasst. McPartlin springt gekonnt zwischen traurigen, fröhlichen und sogar sehr witzigen Passagen hin und her und das bedeutet für den Leser eine wohltuende Abwechslung. Ja, es geht um den Tod und was er für die Angehörigen der Betroffenen bedeutet. Aber es ist auch eine Geschichte von bedingungsloser Liebe – zwischen Geschwistern, Eltern und Kindern, Freunden sowie zwischen Mann und Frau – und unendlicher Lebensfreude. Sie zeigt, wie wichtig es ist, zu kämpfen, für andere da zu sein, niemals die Hoffnung zu verlieren und – ganz egal wie aussichtslos oder traurig die Lage auch sein mag – zu lieben und geliebt zu werden. Das Leben ist schön und auch wenn wir am Ende alle nur Geschichten sind, so kann man doch eine gute daraus machen.

Was ich nicht so gut fand

Nach diesem Loblied auf das Buch kommt es mir fast falsch vor, etwas zu finden, das mir nicht gefallen hat. Es gibt aber tatsächlich eine Kleinigkeit, die ich, naja, ich will nicht sagen schlecht fand, aber ich persönlich hätte mir noch ein wenig mehr gewünscht. Die Geschichte endet – wie zu erwarten – mit Rabbits Tod und das ist kein Spoiler. Allerdings war’s das dann auch. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass – wenigstens in einem kurzen Kapitel – erzählt wird, was nach Rabbits Tod geschah, z. B. mit ihrer Tochter Juliet. Klar, ein offenes Ende für die restlichen Figuren bedeutet einen Denkansporn für die eigene Fantasie. Aber manchmal finde ich Fakten doch sehr gut.

Fazit

Liebevoll, witzig und unendlich traurig – das sind die letzten Tage von Rabbit Hayes.

 

Bewertung

5 herzen

Abschließend fällt mir zu diesem Buch noch ein Zitat ein. Es stammt zwar aus einem ganz anderen „Universum“ – nämlich aus der SciFi-Serie Doctor Who – aber ich finde, dass es sehr gut auf Rabbits Leben und Sterben passt:

„Some people live more in 20 years than others do in 80. It’s not the time that matters, it’s the person.“

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4 Gedanken zu “[Rezension] Die letzten Tage von Rabbit Hayes – Anna McPartlin

  1. Hallo Andrea,

    mir ging es genauso, da fand ich es bei “ Auf Zehenspitzen bührte ich den Himmel“ besser, da gab es zum Schluss einen Kapitel wo über die Familienmitglieder erzählt wurde, was mit ihnen geschah.

    Die letzten Tage von Rabbit Hayes liebe ich aber trotzdem :).

    Liebe Grüße
    Riri

    Gefällt 1 Person

    • Das Buch kenne ich gar nicht, da muss ich direkt mal reinsehen 🙂 Ich mag das irgendwie nicht so ganz, wenn man am Ende einfach so im Regen stehen gelassen wird und das so akzeptieren soll 😀 Aber Rabbit Hayes war trotz allem wirklich ein sehr, sehr schönes Buch 🙂

      Gefällt mir

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