[Rezension] The Kiss of Deception – Mary E. Pearson

Rezension

The kiss of deception

Worum gehts

Arabella Celestine Idris Jezelia ist mit ihrem Leben alles andere als zufrieden. Als Prinzessin und „First Daughter“ des Königreichs Morrighan soll sie den Prinzen von Dalbreck heiraten, ohne ihn jemals zuvor gesehen zu haben. Eine arrangierte Hochzeit, die die Allianz der beiden Königreiche verstärken soll. Lia – wie sie sich selbst nennt – ist damit aber alles andere als einverstanden. Am Morgen ihres Hochzeitstages flieht sie mit ihrer treuen Freundin Pauline in ein weit entlegenes Fischerdorf, um dort als Magd ein neues Leben zu beginnen. Eines Tages betreten zwei junge Männer die Taverne, in der Lia jeden Abend bedient. Einer ist der Prinz von Dalbreck, der das Mädchen sehen möchte, das den Mut aufbrachte, durch ihre Flucht gleich zwei Königreichen gleichzeitig die Stirn zu bieten. Der andere ist ein Assassine, gesandt vom dunklen Königreich Venda mit dem Auftrag, Lia zu töten und damit die Allianz zwischen Dalbreck und Morrighan endgültig zu zerstören.

Erster Eindruck

Ich bin auf dieses Buch aufmerksam geworden, da es – schon vor längerer Zeit – von verschiedenen Booktubern angepriesen wurde. Der Inhalt hat mich sehr interessiert, auch wenn es als Jugendbuch (ab 14 Jahren) eigentlich nicht zu der Kategorie Bücher gehört, die ich sehr oft lese. Der Inhalt und das sehr schön gestaltete Cover haben mich dann aber schnell überzeugt.

Was mir gefallen hat

Das, was mich an diesem Buch von der ersten Seite an beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass ich nie „nur“ Leser war. Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive erzählt und Mary E. Pearson schafft es, durch ihre sorgfältig gewählten und sehr abwechslungsreichen Worte einen Zugang zu Lias fantastischer Welt zu öffnen. Ich fühlte mich, als wäre ich mittendrin und das ist etwas, was nicht jeder Autor schafft.
Da das Buch noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde (ich hoffe, das passiert ganz bald!!!), habe ich es in der Originalsprache Englisch gelesen. Ich weiß nicht, wie es anderen Lesern ergeht, aber ich persönlich nehme englischsprachige Bücher immer ganz anders wahr als deutsche Übersetzungen. Da Englisch nicht meine Muttersprache ist, fällt es mir ganz besonders auf, wenn Wörter oft wiederholt werden oder ein Wort zum ersten Mal auftaucht. Und hier hat Pearson Wundervolles vollbracht, denn ihre Worte wiederholen sich nur äußerst selten, wodurch die Geschichte stets in Bewegung ist und niemals wirklich stehen bleibt.

Mal angesehen von der Wortwahl der Autorin hat mir an diesem Buch auch sehr gut die Erzähltaktik gefallen. Pearson erzählt die Geschichte zum einen aus Lias Perspektive, zum anderen aber auch aus Sicht des Prinzen von Dalbreck, dem die Flucht seiner Braut sehr imponiert hat, und aus Sicht des Assassinen, der den Auftrag erhalten hat, Lia zu töten. Die beiden werden zusätzlich als Kaden und Rafe vorgestellt, aber wer von beiden nun der Prinz und wer der Auftragskiller ist, erfährt der Leser erstmal nicht. Pearson hat in dieser Hinsicht einen – meiner Meinung nach – wunderbar verwobenen Plot erschaffen. Ich persönlich habe lange gerätselt, wer denn nun wer sein könnte. Die Auflösung war für mich überraschend und gleichzeitig ein wenig enttäuschend – mehr möchte ich aus Spoiler-Gründen an dieser Stelle nicht sagen.

Was mir außerdem gefallen hat, war Lias Geschichte und Charakter. Am Anfang des Buches ist Lia eine Prinzessin, die sich den „Befehlen“ ihres Königs und Vaters beugen muss. Sie bezeichnet sich selber als einen „Soldaten in der Armee ihres Vaters“. Trotzdem ist Lia eine starke Persönlichkeit, die sich von den Gepflogenheiten und Erwartungen des Hofes abhebt und schon immer das tat, was ihr gefiel, und nicht, was man ihr vorschrieb. Stolz, temperamentvoll und erhaben. Lias Charakter entwickelt sie sich von Kapitel zu Kapitel weiter. Sie gibt ihr royales und sicheres Leben freiwillig auf, um sich als einfache Magd in einem Fischerdorf durchzuschlagen. Trotzdem vergisst sie nie ihr königliches Blut und nachdem eine Reisegruppe angegriffen und auf brutale Weise getötet wird (das war jetzt sehr vage, aber ich möchte nicht spoilern), weiß Lia, dass sie handeln muss und stellt sich ihren Pflichten.

Eine Geschichte voll Intrigen und Verrat, die sich in ihrem Verlauf in eine interessante Richtung entwickelt. Und natürlich darf die Liebe in diesem Buch auch nicht fehlen. Pearson konstruiert eine wunderbare, dramatische Romanze, die den Leser in seinen Bann zieht und mitfiebern lässt.

Was ich nicht so gut fand

Obwohl die Geschichte durch ihre clevere Wortwahl und beeindruckenden Beschreibungen niemals stillzustehen scheint, kommt es trotzdem nicht zum großen Boom. Ja, es wird Spannung aufgebaut und an keiner Stelle wirklich langweilig. Trotzdem habe ich einen großen Showdown erwartet, der leider nie wirklich stattfindet. Auch wenn es sich um den ersten Teil einer Trilogie handelt und es im ersten Buch gar nicht zu einem dicken Ende kommen kann, war ich trotzdem ein klein wenig enttäuscht, als ich auf der letzten Seite ankam.

Auch wenn es sich um einen High-Fantasy-Roman handelt, kann man das fantastische Element in diesem ersten Buch nur erahnen. Lia hat eine Gabe – aber deren ist sie sich selber gar nicht so sicher. Ob Lia sie nun wirklich hat oder nicht, wird nur ein kleines bisschen angedeutet – das war’s dann aber auch schon.

Fazit

Eine verwobene und hervorragend geschriebene Story in einer zeitlosen, dystopischen Welt voll Intrigen, Verrat und Romantik. Trotz meiner beiden negativen Anmerkungen gebe ich „The Kiss of Deception“ 5 Sterne, da mich die Sprache, die Handlung und die Charaktere absolut begeistert haben!

Bewertung

5 herzen

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