[Rezension] Der Marsianer – Andy Weir

Rezension

Der Marsianer

Worum gehts

Dem Astronauten Marc Watney ist etwas Unglaubliches widerfahren: Seine Crew hat ihn verwundet auf dem Mars zurückgelassen, unter der Annahme, er sei während eines Sandsturms gestorben. Als er bemerkt, dass er völlig auf sich allein gestellt ist, und eigentlich keine Überlebenschance hat, beschließt er, alles in seiner Macht stehende zu tun, um sein Leben zu erhalten und die geplatzte Marsmission zumindest halbwegs erfolgreich abzuschließen. Ohne Crew muss er sich zunächst um die einfachsten lebensnotwendigen Dinge kümmern. Luft, Wasser und Nahrung drohen knapp zu werden, wenn man bedenkt, dass eine Rettungsmission einige Jahre in Anspruch nehmen würde. So wird Marc unter anderem zum ersten Kartoffelbauern auf dem Mars. Als ihm schließlich auf unfassbare Weise gelingt, mit der Erde Kontakt aufzunehmen, nimmt die Handlung eine unfassbare Serie von Wendungen…

Was mir gefallen hat

“Ich bin sowas von im Arsch”. So lautet der vielversprechende erste Satz des Buchs, das zum größten Teil in Logbuchform geschrieben ist. Mit Marc Watney wird ein sympathischer Hauptprotagonist gezeichnet, aus dessen Sicht der Leser den Großteil des Romans erlebt. Marc Watney ist eine einfache Natur, was ausgezeichnet zum Schreibstil von Andy Weir passt. Die Monologe sind unterhaltsam bis derbe. Der Rest der Crew, die sich gerade am Rückflug zur Erde befindet, sowie einige Protagonisten auf dem Heimatplaneten werden relativ knapp beschrieben, was der Unterhaltung aber keinen Abbruch tut. Die Handlung lebt wie erwartet von der Spannung. Auf Hoffnungsschimmer folgen Katastrophen, und umgekehrt. Die knapp 500 Seiten vergehen wie im Flug, ohne auch nur einen Moment zu langweilen.

Was ich nicht so gut fand

Wer ein literarisches Glanzfeuerwerk oder ausufernde Szenenbeschreibungen erwartet, wird enttäuscht. Andy Weir ist sicherlich kein zweiter Stephen Baxter. Die Übersetzung ist an einigen Stellen etwas hakelig, was möglicherweise in der zweiten Auflage, die kurz vor dem Film erschienen ist, korrigiert wurde. An der Handlung kann man nur einige Details bemängeln. Schwer vorstellbar ist etwa die unfassbare Sturheit einiger NASA-Mitarbeiter auf der Erde, wenn es um die Kommunikation mit dem gestrandeten Astronauten geht. Will man allen wissenschaftlichen Fakten im Roman folgen, ist zumindest naturwissenschaftliches Interesse zu empfehlen, was die Einstiegshürde für Nicht-SciFi-Leser etwas erhöhen könnte.

Fazit

Der Roman ist SciFi-Entertainment vom feinsten und macht viel Lust auf die Verfilmung von Ridley Scott. Bestens geeignet für Technik-Freaks und z.B. MacGyver-Fans. Die Geschichte ist zu fast jedem Zeitpunkt spannend, ohne aber dramatisch zu werden. Erzählerisch und kompositorisch ist der Roman sehr einfach gehalten, was ausgezeichnet zum sympathischen Hauptprotagonisten Marc Watney passt. Literarische Ausschweifungen oder eine Liebesgeschichte sucht man in diesem Buch allerdings vergebens. Aber das muss ja wirklich nicht in jedem Roman dieser Welt vorkommen 😉

Bewertung

5 herzen

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Ein Gedanke zu “[Rezension] Der Marsianer – Andy Weir

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