[Rezension] Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki – Haruki Murakami

Rezensionen

Gestern um diese Zeit haben viele mitgefiebert, als der diesjährige Literaturnobelpreis verliehen wurde. Auch ich habe mitgefiebert, denn unter den Top-Favoriten war einer der wirklich großartigsten Schriftsteller dieser Welt: Haruki Murakami. Leider war nicht er der glückliche Preisträger, sondern die weißrussische Autorin Swetlana Alexijewitsch – an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch!
Ich persönlich finde jedoch, dass Haruki Murakami sich die Auszeichnung absolut verdient hätte. Deshalb gibt es heute an dieser Stelle und ihm zu Ehren eine kleine Rezension seines Bestsellers Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki.

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Worum gehts

Tsukuru Tazaki war in seiner Jugend Mitglied einer fünfköpfigen Gruppe von unzertrennlichen Freunden. Vom einen Tag auf den anderen brechen diese den Kontakt mit ihm ab. Tsukuru wird ein völlig anderer Mensch. Sechzehn Jahre später überredet ihn seine Freundin Sara dazu, die Gründe herauszufinden. Nacheinander besucht er seine Freunde, wodurch es ihn unter anderem nach Finnland verschlägt. Was er dann erfährt, ist traurig, überraschend und gleichzeitig ein wenig hoffnungsvoll. Eine Geschichte über Freundschaft und Liebe, aber auch eine von Verrat und Verzweiflung.

Was mir gefallen hat

Der Erzählstrang verläuft angenehm linear, mit ein paar Rückblenden in die Vergangenheit und einigen Exkursen. Der Hauptcharakter Tsukuru wird sehr lebendig beschrieben; man fühlt sich sofort in ihn ein. Auch die Nebencharaktere verblassen keineswegs. Murakamis Farbenspiel funktioniert schon ab dem ersten Kapitel. Die Handlung nimmt ab der zweiten Hälfte einige überraschende Wendungen. Ansonsten trägt der Autor hier nicht dicker auf als er muss, um ein angenehm zu lesendes Gesamtbild zu erzeugen. Literarisch sehr gut, das gilt auch für die Übersetzung.

Was ich nicht so gut fand

Ich persönlich empfand das abrupte und etwas nichtssagende Ende als nicht besonders gelungen. Leider fehlt auf den letzten paar Seiten die Spannung völlig, stattdessen bietet Murakami dem Leser nur noch eine Art Zusammenfassung der ganzen Geschichte. Eigentlich sehr schade, denn der Rest des Romans ist wirklich sehr gelungen!

Fazit

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki ist jetzt schon ein moderner Klassiker. Das Buch kann ich fast uneingeschränkt empfehlen. Auch für Sci-Fi- oder Krimi-Fans dürfte die Lektüre eine angenehme Abwechslung sein. Nur für Menschen, die einzig und allein auf Spannung aus sind, ist es weniger zu empfehlen. Besonders die Hardcover-Aufmachung ist hübsch, mit 23 Euro aber relativ teuer. Mittlerweile ist das Werk aber günstiger im Taschenbuchformat verfügbar.

Bewertung4 herzen

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Ein Gedanke zu “[Rezension] Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki – Haruki Murakami

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