Filmrezi: Der Marsianer – Rettet Mark Watney

Rezension

Quelle: kino.de

Titel: Der Marsianer – Rettet Mark Watney
Originaltitel: The Martian
Erscheinungsjahr: 2015
Produktionsland: USA
Länge: 144 Minuten
Regie: Ridley Scott
Besetzung: Matt Damon, Jessica Chastain, Kate Mara, Michael Pena, Jeff Daniels, Sean Bean, Donald Glover

 

 

 

 

 

Worum gehts

Es ist eine eigentlich recht simple Geschichte. Die NASA hat ein Team von Wissenschaftlern auf den Mars geschickt, um den roten Planeten genauer unter die Lupe zu nehmen. Während eines heftigen Sandsturms wird der Botaniker Mark Watney aber von umherfliegenden Trümmerteilen weggerissen und das Team glaubt, er sei ums Leben gekommen. Da der Sturm droht, die Raumstation zu zerstören, muss Commander Lewis schweren Herzens den Befehl geben, eine Notevakuierung durchzuführen und zur Erde zurückzukehren.

Aber Watney hat überlebt und versucht nun, vollkommen auf sich allein gestellt auf dem roten Planeten zu überleben, bis die NASA ein neues Team schickt, um ihn zu retten. Das dauert aber noch ganze vier Jahre und die Vorräte auf der Mars-Station reichen gerade einmal für 31 Tage…

 

Wer spielt mit

Im Grunde genommen ist der Film eine Ein-Mann-Show, die von Matt Damon hervorragend gespielt wird. Weitere Charaktere sind unter anderem Jessica Chastain (Interstellar) alias Commander Melissa Lewis, Jeff Daniels (Dumm und Dümmer, Looper) alias Teddy Sanders und Sean Bean (Game of Thrones) alias Mitch Henderson. Regie führte Ridley Scott (Alien).

Was mich ein wenig überrascht, ist die Tatsache, dass nach Christopher Nolan nun auch Ridley Scott den armen Matt Damon auf einem weit entfernten Planeten mutterseelenallein aussetzt. In Interstellar spielte Damon die Rolle des Dr. Mann, der auf einem Eisplaneten zurückbleibt. Armer Damon. Wäre ich er, würde ich mir darüber mal Gedanken machen!

Was mir gefallen hat

Buchverfilmungen sind schwierig und auch wenn einiges gekürzt wurde und der Fokus auf anderen Details liegt als im Roman, bleibt der Film doch sehr nah an der Story des Buches. Das schaffen nicht viele Buchverfilmungen! Ich muss auch sagen, dass die Rollen ganz hervorragend gecastet wurden. Matt Damon spielt die Figur des Mark Watney mit Hingabe und unverwechselbarer Selbstironie und ich glaube nicht, dass es einen anderen Schauspieler gibt, der das besser gemacht hätte.

Trotz seiner stattlichen Spiellänge von 144 Minuten wird der Film an keiner Stelle langweilig. Es ist ein gekonnter Wechsel zwischen einer Ein-Mann-Show auf dem Mars und den Rettungsmaßnahmen auf der Erde. Der Film hat genau die richtige Menge an Spannung, Drama und Witz. Die herrliche Selbstironie von Watney verdient dabei nochmal einen ganz eigenen Applaus. Mark Watney, der erste interstellare Kartoffelbauer der Geschichte und selbsternannter Space-Pirate, mit dem man in jeder Minute mitfiebern kann. Die hervorragende Computergrafik brauche ich wahrscheinlich gar nicht erwähnen.

Nur am Rande: Es hat mir sehr gut gefallen, dass Sean Bean in diesem Film ausnahmsweise mal nicht den Löffel abgeben muss. Ein Extra-Stern für diese Tatsache!

Was ich nicht so gut fand

Gar nichts! Niente! Nada!

UNterschiede zum BUch

Im Buch liegt der Fokus eher auf Watney und der Art, wie er ganz auf sich allein gestellt auf dem Mars um sein Leben kämpft. Was auf der Erde bei der NASA passiert, spielt eine kleinere Rolle. Im Film wird der Fokus aber auch auf das Geschehen auf der Erde gelenkt, sondern wäre es wohl wirklich eine Ein-Mann-Show geworden und der Film würde nicht Der Marsianer – Rettet Mark Watney heißen, sondern eher: Der Matt DamonRettet Matt Damon, in der Hauptrolle: Matt Damon, in den Nebenrollen: Matt Damon. Regie: Matt Damon – oder so ähnlich 😉

Im Film kommt Watneys Abenteuer außerdem ein wenig „harmloser“ rüber. Beispielsweise ist die Fahrt zum zweiten MRM-Modul im Buch beschwerlicher, er überschlägt sich mit seinem Fahrzeug sogar mehrmals. Im Film wird dies gänzlich weggelassen und Watney gelangt ohne weitere schwerwiegende Probleme zum Zielort. Auch die Kommunikation mit der Erde über das Pathfinder-Modul läuft wesentlich schleppender als im Film dargestellt. Ich sehe das aber nicht als negativen Punkt, denn schließlich kann nicht jedes Detail im Film untergebracht werden – es wäre sonst wahrscheinlich der längste Film aller Zeiten.

Was den Science-Aspekt dieses Science-Fiction-Films angeht, sind die wissenschaftlichen Details zwar massentauglich gemacht, kommen aber trotzdem nicht zu kurz. Somit kann jeder Kinobesucher ganz einfach verstehen, wie man mit menschlichen Exkrementen auf einem sauerstoffarmen Planeten Kartoffeln anbauen kann. Merkt Euch das für Euren ersten Mars-Besuch!

Fazit

Ich bin gegenüber Literaturverfilmungen meist sehr kritisch, da ein Film einfach nicht an die Möglichkeiten des geschriebenen Wortes herankommt und umgekehrt. Es ist einfach sehr schwierig, jedes Detail eines Romans zu verfilmen und genau das passiert auch in Der Marsianer. Ich muss aber auch betonen, dass Ridley Scott – wie gewohnt – hervorragende Regiearbeit leistet und die Story an genau den richtigen Stellen kürzt und fokussiert. Insgesamt ist der Film also wirklich gelungen und auch wenn doch aus mehr Science als Fiction besteht, ist er doch einer der besten Filme seines Genres und wahrscheinlich mein persönlicher Film des Jahres!

5 herzen
Und ein Extrastern für einen überlebenden Sean Bean 😉

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