Das harte Studentenleben – Ein Erfahrungsbericht

das harte studentenleben

(Achtung, Ironie!)

Mal etwas abseits von Büchern und den Beiträgen, die sich um sie drehen, möchte ich heute die Gelegenheit nutzen und etwas darüber schreiben, was mir tagtäglich begegnet: Studenten.

Ich habe sage und schreibe 12 Semester (das sind 6 Jahre in Menschenzeit) damit verbracht, mich durch das Studentenleben zu quälen und bin dabei so einigen seltsamen Gestalten begegnet. Ob in der Mensa, in der Bibliothek oder gar in freier Wildbahn – der gemeine Student ist und bleibt ein höchst seltsames Wesen und man sollte ihm wirklich nur mit großer Vorsicht begegnen.

Was mich 12 Jahre an der Universität gelehrt haben:

  1. In der ersten Reihe sitzt immer einer, der alles besser weiß als der Dozent.
  2. Meistens ist das auch diejenige Person, welche die dümmsten aller Fragen stellt.
  3. Türen sind auch verschlossen, wenn sie geöffnet sind. Stellt man sich also im Lesesaal der Bibliothek in oder vor eine geöffnete Tür, ist diese automatisch geschlossen und das Gebrabbel der betroffenen Person ist im Lesesaal nicht mehr zu hören.
  4. Gesetze der Physik werden regelmäßig gebrochen, besonders in der Bibliothek (siehe Punkt 3)
  5. Ist ein Handy auf Lautlos gestellt, ist das Gespräch, das man darauf führt, automatisch auch lautlos. Ganz besonders in der Bibliothek.
  6. Studenten verstehen das Konzept von Lichtschaltern nicht.
  7. Geht man durch eine Tür, hat man den Gehvorgang unverzüglich abzubrechen, wenn man diese durchquert hat.
  8. Das Motto „Kein Bier vor Vier“ kennt man an der Uni nicht.
  9. Die Woche beginnt meist mittwochs gegen 13 Uhr und endet spätestens donnerstags um 15 Uhr.
  10. Am Wochenende (Donnerstag Abend bis Mittwoch Vormittag) bitte nicht stören.
  11. Auch Frauen können furzen – und wie!

Dinge, die ich während meiner Karriere an der Uni beobachten konnte:

  1. Ist eine Tür abgeschlossen, wird vom gemeinen Studenten erwartet, dass er so lange dran rüttelt, bis sie sich auf magische Weise öffnen lässt.
  2. Flüstern ist nicht mehr Flüstern, wenn man dazu die Stimme erheben muss. Wissen wohl die Wenigsten.
  3. Ist ein Raum (z. B. in der Bibliothek) aus unerklärlichen Gründen plötzlich zu Ende (meist verursacht durch: Wand), stellt sich der gemeine Student mindestens fünf Minuten nachdenklich und verloren davor. Ein Wimmern und Winseln ist optional.
  4. Wie man einen PC anschaltet, ist den meisten Studenten nicht bekannt. Setzt man sich im PC-Pool vor einen dieser Sorte und springt der Bildschirm nicht just in diesem Moment an, wird der PC einige Minuten lang dumm angestarrt, bevor der gemeine Student enttäuscht von Dannen zieht.
  5. Sucht man ein Gebäude, beispielsweise die Bibliothek, gehen die meisten Studenten in der Regel bis vor den Eingang und fragen dort die Leute, wo sich denn „diese Bibliothek“ befindet.
  6. Ist eine Tür verschlossen und warten vor jener schon einige Menschen (z.B. einige Minuten vor Öffnung der Bibliothek am Morgen), ist nicht selten zu beobachten, wie ein gemeiner Student zielstrebig auf jene zusteuert und versucht, sie zu öffnen. Frei nach dem Motto: „Wieso warten so viele Leute hier draußen, wenn da ne Tür is?“
  7. Wenn man eine Frau ist, hat man automatisches Rederecht – auch im Lesesaal, wo Quatschen untersagt ist.
  8. Betritt man als Frau eine Toilette und verlässt diese für mehr als 3 Minuten nicht, wird man gesellschaftlich von Mitgliedern der gleichen Spezies verurteilt und mit Verachtung gestraft. (Dieser Punkt ist übrigens widersprüchlich zu Punkt 11 weiter oben – gleichzeitig aber vollkommen logisch).
  9. Manche weibliche Studentinnen stöhnen beim Pieseln.
  10. Telefonate sind in jeder Situation, egal wo man sich befindet, nur hörbar für: Sprecher (am Handy), Gesprächspartner (am anderen Ende der Leitung).Deshalb gilt: Telefongespräche sind für Menschen, die sich im selben (mucksmäuschenstillen) Raum befinden, nicht – ich wiederhole: nicht – hörbar. Aus diesem Grund ist es vollkommen in Ordnung, in überfüllten Aufenthaltsräumen laut und deutlich über den aktuellen Scheidenpilz zu reden.

Das inoffzielle Uni-Gesetz lautet:

  1. Bestimmte Studiengänge (hier: sportlastige Fächer) sind dazu verpflichtet, jedes einzelne Studentenklischee zu erfüllen. Das beinhaltet u. a.:
    • Ausschlafen bis in die Puppen, Dauer-Rausch, Party, etc.
    • Keinesfalls darf der Spöko: Studieren.
  2. Da Toilettentüren immer und überall vollkommen schalldicht sind und Toilettenräume niemals hallen, darf beim Toilettengang gerne lauthals gesungen werden.
  3. Als Student der Betriebswirtschaftslehre und/oder der Rechtswissenschaft wirst du gesellschaftlich nur dann anerkannt, wenn du mindestens einen BMW (besser: Mercedes oder Porsche) fährst.
  4. Die Bibliothek der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ist nicht zum Lernen da. Nein. Sie ist ausschließlich für Schaulaufen, Modeschauen und Beauty-Wettbewerbe vorgesehen.
  5. Betriebswirtschaftslehre ist DIE WISSENSCHAFT schlechthin.
  6. Wer kotzt, hat verloren.

Und last but not least: Die üblichen Charakter-Klischees, geordnet nach Studienfach.

BWL und Rechtswissenschaft
Männer: Rote Cordhose, armygrüne Tweedjacke, ein Kilo Gel in den Haaren und ein BMW (sponsored by Parents) unterm Arsch. Hält sich immer für die bessere Sorte Student. Mitgliedschaft in einer schlagenden Verbindung
Frauen: Sprechen ausschließlich über Haarspray, Make-Up und Café-Bars, hochhackige Pumps (auch im Winter), immer die teuersten Klamotten, stets auf Dauerdiät.

Sportökonomen
Männer: Laufen immer in Jogginghose rum, sie „dürfen“ das ja. Dauerbesoffen, Dauerparty. Kategorie: ÖÖöÖööööööÖööÖÖÖööööööööhhhhhhhh!
Frauen: Immer naggich und wenn angezogen, dann auch immer in Jogginghose.

Geisteswissenschaftler (im Allgemeinen)
Frauen/Männer: Dicke Hornbrillen auf den Nasen, fristen das endlose Hipsterleben. Und kommen sich cool dabei vor. Obligatorisch immer am Club Mate saufen.

Informatiker:
Männer: Nerd, immer einen Laptop dabei, kennen alle Computerspiele, „Warte, ich kann das hacken!“, haben noch nie mit einer Frau gesprochen.
Frauen: Frauen?!

Geographen/Geologen
Fränner/ Mauen: Immer naturbelassen, alternativ, ungewaschen.

Soziologen/Kulturwissenschaftler (im Allgemeinen)
Dreadlocks, weite, knallbunte Stoffhosen, immer einen Joint in der einen und (als Frau) das Strickzeug in der anderen Hand. Mental fernab von Gut und Böse und weit weg von diesem Planeten. Immer barfuß unterwegs.

Interkulturelle Studien
Asiaten: Sind immer zu viele und immer so ständig, bereiten keine Texte vor, verstehen meist kein einziges Wort, bekommen immer die 1 vorm Komma.

Chemiker/Biologen
Männer: Hard Rocker, lange Haare, Bandshirts, immer dunkel angezogen, manchmal hart am Feiern, die liebsten Menschen der Welt.
Frauen: Weit weg vom Frau-Sein, aber ganz nett. Eigentlich.

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4 Gedanken zu “Das harte Studentenleben – Ein Erfahrungsbericht

    • Hahaha, das klingt nach einem echten Informatiker 😀 Ich finde solche Klischees echt klasse, weil sie mancherorts einfach zu 100% der Wahrheit entsprechen. Ich kann aber selber auch einen Gegenbeweis liefern, ich hab nämlich selber auch Informatik studiert und muss echt sagen: Die Frauenquote war erschreckend hoch! 😀

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  1. Ich liebe solche Klischees. Und meist ist da doch ein Fünckchen Wahrheit mit drin. Bei den ganzen Bibliothekspunkten kann ich nur zustimmen! Super toll geschrieben😊, musste die ganze Zeit lachen, als ich das gelesen habe und hatte dann ähnliche Erlebnisse im Kopf….

    Fazit für mich:
    Als Lehrämtlerin hab ich wohl ne gespaltene Persönlichkeit, weil ich zu mehreren der Charakteren gehöre, dank meiner Fachwahl😊. Mal wieder was gelernt:-)

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    • Das freut mich, wenn ich dich zum Lachen bringen konnte! 🙂 Klischees können manchmal echt übertrieben sein, aber dann trifft man wieder einen Studenten, auf den es einfach total zutrifft 😀 Was die gespaltene Persönlichkeit angeht, würde ich das gar nicht so streng sehen 😉 Ich bin Germanistin und hatte im Nebenfach Informatik und zu mir passt eigentlich keine der Beschreibungen 😀

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