[Rezension] Throne of Glass – Die Erwählte

Rezension

Throne of Glass 1

Worum gehts

Celaena Sardothien, eine berüchtigte Assassinin, fristet ihr Dasein in einem Straflager, wo sie tagein, tagaus in Salzminen schuftet und mit dem Tod ringt. Eines Tages taucht allerdings Chaol Westfall, Captain der Leibgarde des Königs, im Lager auf und bringt Celaena ins Gläserne Schloss, wo ihr eine einmalige Chance geboten wird: Sie soll der Champion des Königs werden und sich in einem Wettkampf gegen 23 blutrünstige Männer beweisen. Gewinnt sie, soll sie mehrere Jahre im Dienste des Königs stehen, danach erwartet sie allerdings die lang ersehnte Freiheit.
Calaena ist sich sicher, dass sie den Wettkampf mit Leichtigkeit gewinnen wird. Gemeinsam mit Chaol Westfall trainiert sie täglich und findet immer mehr Gefallen an ihm, aber auch der Kronprinz, Dorian Havilliard, bringt Celaena um den Verstand. Zeit, um über ihre Gefühle nachzudenken, bleibt Celaena allerdings nicht, denn im Schloss lauert etwas abgrundtief Böses, und Celaena ist auserkoren, es zu vernichten.

Cover

 

Das Cover hat mich nicht vom Hocker gerissen, da bin ich ganz ehrlich. Ich bin überhaupt kein Fan von Gesichtern auf Buchcovern, seien sie nun Fotografien oder Illustrationen. Ich gehöre zu der Sorte Leser, die sich die Charaktere in den Geschichten selber ausmalen möchten, und wenn einem da von Anfang an ein Gesicht vom Cover aus angrinst, vergeht mir manchmal ein bisschen der Spaß am Lesen. Hier war das leider auch der Fall, denn ich habe mir Celaena einfach komplett anders vorgestellt, als sie in dieser – meiner Meinung nach sehr charakterlosen und hölzernen – Illustration gezeigt wird.

Meine Meinung

Throne of Glass – was für ein Buch! Überall wird darüber geredet, jeder ist davon begeistert. Ob bei den Booktubern, Bücherbloggern, auf ganz anderen Plattformen oder im Freundeskreis (naja, da eher nicht so, denn leider befinden sich in meinem Freundeskreis sehr wenige passionierte Leser…). Und genau dieser Hype um die Geschichte der jungen Assassinin Celaena hat natürlich auch mich mitgerissen. Ein Fantasy-Roman über eine Assassinin in einer Welt, die von bösen Königen regiert wird – und dazu noch ein paar heiße Typen? Das klingt wie etwas, das ich unbedingt lesen musste! Schnell spürte ich den unaufhaltsamen Drang, dieses unerträgliche Bedürfnis, das Buch so schnell wie möglich zu verschlingen. Deshalb war auch ein Freudentanz garantiert, als es endlich in meinem Briefkasten lag.  Aber trotz meiner wirklich großen Vorfreude flüsterte in mir eine kleine, schwache Stimme des Zweifels. Klar, die Serie ist ein Riesenerfolg und JEDER liebt sie, aber Geschmäcker sind dennoch immer verschieden. Deshalb schwang bei mir immer diese unangenehme Angst mit, dass ausgerechnet ich dieser eine Mensch auf der Welt bin, der dieses Buch nicht mag.

Und naja, was soll ich sagen? Ich kann diesen Hype nicht zu 100% nachvollziehen.

200_s

Vorweg: Die Geschichte ist wirklich nicht schlecht und Sarah J. Maas hat einen wundervollen Schreibstil! Allerdings gibt es doch ein paar Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben und die meine Wertung am Ende nach unten drückten. Aber erst einmal zu den Dingen, die ich wirklich gut fand.

Was mir gefallen hat

Wie ich in meinem Lesejournal schon erwähnt habe, liebeliebeliebe ich Geschichten mit Assassinen und auch die Idee hinter Throne of Glass finde ich ganz großartig! Celaena ist von der ersten Seite, vom ersten Satz an eine unfassbar starke Protagonistin, aber je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr erkennt man, dass hinter dieser taffen Frau noch viel mehr steckt. Auch sie hat eine sensible Seite und Gefühle, die sie hier und da sehr deutlich zeigt. Sie kann nicht nur kämpfen, sondern ist auch sehr gebildet. Und das Wichtigste: Sie lässt sich von ihrem harten Schicksal nicht unterkriegen. Sarah J. Maas hat hier einen unglaublichen Charakter gezeichnet, der mich auf jeder Seite wieder aufs Neue beeindruckt hat. Auch die beiden anderen Hauptcharaktere – Kronprinz Dorian und Chaol Westfall – haben viel Eindruck bei mir hinterlassen. Diese beiden Figuren sind einfach punktgenau getroffen und ich konnte mir beispielsweise Dorian hervorragend vorstellen – ein etwas eingebildeter Kronprinz mit dem Herz am rechten Fleck.
Auch die Geschichte hat mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen. Nur bei den Details kam ich ab und an ins Zweifeln…

Was ich nicht so gut fand

Der Erzählstil
En gros gefiel mir Maas‘ Erzählstil sehr gut. Er war flüssig, an den richtigen Stellen auch mal spannend und ich konnte mich sehr schön in die Geschichte hineinversetzen. Im Detail haperte es aber an manchen Stellen. Es kommen teilweise viele Wiederholungen vor, z. B. dass sich Celaena immer wieder übergeben muss, was anfangs gut ins Gesamtbild einer ausgemergelten jungen Frau passte, aber nach dem fünften Mal wirklich zu nerven anfing. Ab und zu bekam ich auch das Gefühl, dass die Autorin mit aller Gewalt Lückenfüller brauchte, um noch ein paar Seiten extra zu erhalten. Mehrere Seiten über Celaenas Monatsblutung (plus Gekotze), muss das echt sein? Ja, Maas wollte wahrscheinlich irgendwie zeigen, dass Celaena nach dem harten Jahr in Endovier wieder in voller Blüte steht, aber…. ernsthaft jetzt?

Der Kampf am Ende
Celaena wird nach Rifthold gebracht, um als Champion des Kronprinzen in verschiedenen Wettkämpfen gegen andere Assassinen, Verbrecher oder Soldaten zu kämpfen. Wer am Ende noch steht, wird für vier Jahre der Champion des Königs und danach in die Freiheit entlassen. Das ist soweit schön und gut, aber die Wettkämpfe – oder besser: Prüfungen – selber werden kaum thematisiert, was ich persönlich ein wenig schade fand. Die letzte Prüfung – bei der die verbleibenden fünf Champions antreten und sich einen Platz in den finalen Zweikämpfen sichern sollen – fällt dann so mir nichts, dir nichts einfach aus, weil Kandidat Nummer 5 die Flucht ergreift. Ziemlich einfach gelöst, finde ich. Zu einfach. Dann folgen die Zweikämpfe zwischen den vier Finalisten. Den ersten Kampf bestreitet Celaena mit links – nicht der Rede wert. Im zweiten Kampf wird sie zermalmt. Hinzu kommt, dass sie auch noch von der hinterlistigen Kaltain, die auf den Thron scharf ist, vergiftet wird und dadurch plötzlich halluziniert. So weit, so gut. Aber als dann auch noch dutzende Kreaturen einer anderen Welt auftauchen und Celaena töten wollen und schließlich noch Königin Elena zum Vorschein kommt und durch eine wundersame Heilung Celaena wieder kampftauglich macht – Magie, Magie! – wurde mir das alles doch zu viel. Es kam mir vor, als suchte die Autorin am Ende eine möglichst einfache Lösung – war die Luft da schon raus?

Königin Elena
Throne of Glass ist ein Fantasy-Roman und es treten wirklich viele fantastische Elemente darin auf. Trotzdem kam mir der „Geist“ der alten Königin etwas fehl am Platz vor. Celaena begegnet ihr ein paar Mal, unter anderem in ihrem finalen Kampf, trotzdem bleibt die Königin eine etwas seltsame Randfigur, mit der ich nicht wirklich zurecht kam.

Die Assassinin
Ja, ich habe schon gesagt, dass Celaena für mich – und wohl auch für jeden anderen Leser – ein unglaublich starker Charakter ist. Daran möchte ich gar nicht zweifeln. Aber was mich wirklich genervt hat, war die Tatsache, dass sie an manchen Stellen nur auf ihr Äußeres reduziert wird. Im ersten Moment eine gefürchtete Assassinin, schmutzig und abgemagert vom Leben im Straflager – aber kaum steckt man sie in die Badewanne und anschließend in ein hübsches Kleidchen, verlieben sich sofort alle Männer in sie? Klang für mich ein wenig absurd und überholt…

Fazit

Throne of Glass ist zweifelsohne eine gelungene Geschichte mit einigen kleinen Schönheitsfehlern – MEINER MEINUNG NACH! Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und ich will den Hype um diese Serie gar nicht herunterziehen, denn ich bin auch der Meinung, dass das Gesamtbild der Geschichte einfach stimmig ist. Trotzdem muss ich unterm Strich sagen, dass ich mich durch die Seiten gekämpft habe und erst in der zweiten Hälfte gepackt wurde – zwar nicht mit beiden Händen, aber besser als gar nicht. Den zweiten Teil werde ich mir trotzdem kaufen und bald lesen, denn nichtsdestotrotz bin ich sehr gespannt darauf, wie Celaenas Geschichte (und vor allem ihre Liebesgeschichte, ich sag nur: TEAM CHAOL!) weitergeht 😉

Bewertung

Nach langem Hin und Her gebe ich Throne of Glass nur 3 Sterne, da es meiner Meinung nach auf jeden Fall verbesserungswürdig ist und dazu auch definitiv das Potenzial hat! Trotzdem: sehr lesenswert!

3 herzen

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4 Gedanken zu “[Rezension] Throne of Glass – Die Erwählte

  1. Pingback: MEGA HAUL November 2015 + CECELIA AHERN! | abooklove

  2. Pingback: Lesemonat November | abooklove

  3. in Throne geht es aber nich nur um die Kämpfe und um diese Wettkämpfe und ich finde, dass der erste Band der Schwächste der Reihe ist, aber ich glaub die siehst das große Ganze noch nicht. Du solltest Band 2 noch lesen bevor du sagst, dass die Reihe zu unrecht gehypt wird.
    Liebe Grüße,
    Sarah

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Sarah 🙂
      Keine Sorge, Band 2 steht bereits zuhause und wird sehr bald gelesen 😉 Ich meine mit meiner mittelmäßigen Bewertung auch nicht, dass die Reihe nicht gut ist, im Gegenteil! Band 1 ging definitiv schon in die goldrichtige Richtung, nur war ich auch der Meinung, dass einige Dinge zäh oder unpassend waren oder sich einfach wiederholten, wodurch natürlich noch viel Luft nach oben ist. Als einzelnes Buch hat mich Band 1 nicht zu 100% überzeugt, aber ich bin sehr optimistisch, dass es die Reihe als Gesamtwerk tun wird. Und gerade weil Throne of Glass (allgemein) so gehypt wird, war ich von Anfang an etwas kritischer 🙂 Ich freue mich jetzt aber schon sehr auf den nächsten Teil! Also nicht falsch verstehen, ich will keinesfalls behaupten, dass der Hype nicht Rechtens ist 😉
      Liebe Grüße!
      Andrea 🙂

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