Montagsfrage #5

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Bist Du mit Büchern kritischer geworden, seit Du bloggst?

Gar keine einfache Frage! Ich habe jetzt lange an einer Antwort gebastelt und das hier ist mein gefühlter 143. Versuch, meine Gedanken in verständliche Worte zu fassen. Also, bei mir ist es so:

Ich denke, dass kritisches Lesen in erster Linie viel mit dem Alter zu tun hat. Mit 13, 14 oder 15 Jahren denkt man ganz anders über das Gelesene nach als mit 25 oder 30 Jahren. Das merke ich besonders dann, wenn ich Bücher, die ich vor vielen Jahren gelesen habe, noch einmal lese. Früher war ich weitaus weniger kritisch als ich es heute bin.

Für mich persönlich kann ich sagen, dass mein Studium auch sehr viel zu meinem „kritischen Blick“ beigetragen hat. Ich habe Germanistik/Linguistik studiert und in den letzten Jahren unglaublich viel Fachliteratur und klassische Werke gelesen. Dabei habe ich gelernt, jeden Satz, jede Aussage zu zerlegen, zu interpretieren und – schlichtweg – von einer sehr nüchternen Seite zu betrachten. Und genau so waren auch meine ersten „privaten“ Buchrezensionen: nüchtern, sachlich, flach. Worum geht es? Was fand ich gut? Was war nicht gut? Seit ich ernsthaft mit dem Bloggen angefangen habe – was nun ja gerade einmal drei Monate her ist – hat sich mein Blick auf Bücher aber um 180 Grad gedreht. Ich lese Bücher jetzt nicht nur einfach, ich „fühle“ sie auch. Klingt komisch, ist aber so! Ich bin viel mehr mit dem Herzen dabei, mache mir Gedanken über das Setting, einzelne Handlungsstränge, den Schreibstil. Und ich lasse vor allem die Charaktere und ihre Handlungen, Gedanken und Persönlichkeiten auf mich wirken. Ich habe gelernt, dass nicht nur das Lesen unheimlich wichtig ist, sondern auch das Sehen. Und das nach so kurzer Blogger-Zeit. Ich bin mir aber auch sicher, dass sich mein „kritischer Blick“ noch viel mehr entwickeln wird. Das macht mich wirklich neugierig darauf, wie meine Rezensionen in einem Jahr aussehen werden!

Kurzum: Kritisch war ich beim Lesen schon immer. Aber leider nur auf der nüchternen, sachlichen Ebene. Das Bloggen gibt meinem kritischen Blick einfach nochmal eine ordentliche Portion Verstand!

 

Und Ihr so? Was stellt das Bloggen mit Euch an?

Unterschrift

 

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Die Montagsfrage gibt’s jeden Montag neu beim Buchfresserchen.

 

 

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4 Gedanken zu “Montagsfrage #5

  1. Hey 🙂

    Ich hab die Frage auf meinem Blog heute auch beantwortet, weil ich sie interessant fand :). Und ich finde, du musst dich nicht für deine kritische Art entschuldigen, warum auch. Ich mag die Rezis viel lieber, wenn der Rezensent auch mal ein Buch weniger gut findet, weil ich das für realistischer halte als jemanden, der immer nur vier oder fünf Sterne vergibt.

    Liebe Grüße
    Ascari

    Gefällt 1 Person

    • Hi Ascari 🙂 Kritisch sein heißt ja nicht gleich schlechte Bewertungen schreiben. Bei mir hieß es früher (vor Jaaaahren) immer: Mag ich oder mag ich nicht. Dazwischen gab es eigentlich nichts! Aber jetzt betrachte ich auch so viele andere Aspekte und ich merke selber, dass meine Rezensionen öfter mal „negativ kritisch“ ausfallen. Und das wiederum finde ich selber gut, weil ich so ein wirklich richtig gutes Buch schnell erkennen kann 🙂
      Ich schau direkt mal bei deinem Blog vorbei! 🙂
      Liebe Grüße,
      Andrea

      Gefällt 1 Person

    • Da hast du absolut recht! In der Schule findet sowas leider immer auf einer ganz anderen Ebene statt, auch in der Uni. Ich habe mal den Fehler gemacht und beim Rezensieren einer Schullektüre geschrieben, was ich mir WIRKLICH gedacht habe dabei – und zack hatte ich eine schlechte Note kassiert! Wirklich schade, aber dafür gibt es ja Bücherblogs, wo man sowas frei Schnauze machen kann 🙂 🙂

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