[Rezension] Ist das Liebe oder kann der weg?

Rezension

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Worum gehts

Inga durchlebt gerade den Albtraum einer jeden Frau: Sie erwischt ihren Freund Stephan mit einer anderen im Bett. Kein Wunder also, dass das Bedürfnis, sich an ihm zu rächen, sehr groß ist. Nachdem allerdings ein Voodoo-Zauber nicht zu funktionieren scheint, mischt Inga ihm kurzerhand etwas Enthaarungscreme ins Haargel – der perfekte Racheakt.

In ihrer Heimatstadt Berlin wird ihr der Trubel ein bisschen zu viel, deshalb macht sie sich auf zu ihrer etwas exzentrischen Tante Lisbeth ins beschauliche Freesbüll an der Nordsee, um etwas Abstand zu gewinnen. Doch an eine Verschnaufpause ist nicht zu denken, denn kurz nach ihrer Ankunft finden die beiden beim Nordic Walking direkt mal eine Leiche im Gebüsch. Mit ihrer schrulligen Art macht sich Tante Lisbeth natürlich sofort auf Mördersuche und bringt Inga dabei immer wieder in peinliche Situationen. Ziemlich fies, denn der sexy Kriminalbeamte Carsten verdreht Inga ganz schön den Kopf… Und als ob das nicht schon genug wäre, muss sie sich auch noch auf eine Quizshow vorbereiten, zu der Tante Lisbeth sie einfach angemeldet hat.

Meine Meinung

Dieses Buch war für mich eine ganz besondere Spontan-Lektüre, da bei der dazugehörigen Blogtour eine Bloggerin ausgefallen war und ich als Ersatz einspringen durfte. Und was soll ich sagen? Es hat mich sehr positiv überrascht! Der Titel mag auf den ersten Blick zwar vermuten lassen, dass es sich um einen Frauenkitschroman handelt, aber wer das denkt, ist wirklich auf dem Holzweg! Klar, es geht um Liebe. Inga erwischt ihren Freund – der eigentlich ein echter Traumkerl sein sollte: sexy, erfolgreich und absolutes Schwiegersohnmaterial – in flagranti mit einer anderen. Natürlich ist Inga deshalb am Boden zerstört und will sich an ihm rächen, doch ein mit ihren Freundinnen ausgeheckter Voodoo-Zauber hilft da nicht viel. Also mischt sie ihm Enthaarungscreme ins Haargel und macht sich anschließend auf nach Freesbüll in Nordfriesland, um ihre etwas eigensinnige Tante Lisbeth zu besuchen und etwas Abstand zu gewinnen. Ja, bis hierher wohl eher typisch Frauenroman. Doch dann finden die beiden beim Nordic Walking eine Leiche im Gebüsch, was die Geschichte gleich mal in eine andere Richtung lenkt. Tante Lisbeth – ein wahnsinnig exzentrischer Mensch, dem einfach nichts peinlich ist – macht sich direkt auf Mördersuche und bringt Inga dabei in allerlei peinliche Situationen.

Was mir an der Geschichte besonders gut gefallen hat, war, dass jedes Detail einfach glaubwürdig erscheint. Ich konnte mich so gut in Ingas Lage hineinversetzen, musste mit ihr leiden wegen ihres Ex, habe mit ihr gelacht. Die Schauplätze sind so wunderbar beschrieben, dass ich richtig Lust auf einen Urlaub in Nordfriesland bekommen habe – und das muss man bei bayerischen Ureinwohnern wie mir erstmal schaffen!

Auch der Verlauf der Geschichte hat mich überzeugt. Das Erzähltempo bleibt nie wirklich stehen, sondern rastet an genau den richtigen Stellen. Und zwischendurch geht es rasant zu! Was Inga gemeinsam mit ihrer schrulligen Tante alles erlebt, hat mich einfach begeistert. Und dann ist da natürlich noch Carsten, bei dem ich schon im allerersten Moment, als er auftauchte, wusste: Da kommt noch was! Und ich wurde natürlich nicht enttäuscht 😉
Schreibstil

Maibergs Schreibstil ist unglaublich locker, erfrischend und wahnsinnig witzig. Sie hat einen so besonderen Sinn für Humor, den sie auch in ihren Protagonisten wiederspiegeln lässt. Die Geschichte wird durch diese locker-flockige Art einfach an keiner Stelle langweilig. Ich musste so oft so herzlich lachen, Maibergs Humor trifft einfach ausnahmslos immer ins Schwarze. Aber es dreht sich natürlich nicht immer nur um den Spaß. Auch die Landschaftsbeschreibungen wirken so authentisch, dass man ganz vergessen könnte, dass Freesbüll gar nicht wirklich existiert. Und an den Stellen, an denen es mal wirklich „ernst“ wird, trifft Maiberg einfach direkt ins Herz – absolut wunderbar!

Charaktere

Die Protagonisten in diesem Roman sind einfach wundervoll gezeichnet. Zum einen ist da natürlich Inga, in die ich mich wirklich zu 100% hineinversetzen konnte, und – wenn ich ehrlich bin – habe ich mich teilweise in ihr sogar ein bisschen wiedererkannt.
Dann ist da Tante Lisbeth. Zu ihr brauche ich eigentlich nicht viel sagen außer: Ich LIEBE sie!!! Klar, sie ist ein bisschen „anders“ und mit Sicherheit auch anstrengend, aber genau das macht sie so liebenswürdig. Ihre offene Art, ihr Humor, ihre Herzlichkeit – man kann sie nur gern haben. Und ganz ehrlich: Wer wünscht sich nicht auch so eine verrückte Tante?
Einmal Tante Lisbeth zum Mitnehmen, bitte!

Das Schöne an Inga und Tante Lisbeth, aber auch an Stephan, Katja, Carsten und allen anderen Figuren, die im Laufe der Geschichte so auftauchen , ist ja, dass sie einfach wahnsinnig real rüberkommen. An der ein oder anderen Stelle rutschen die Figuren zwar ein wenig ins Klischee ab, aber ganz ehrlich: Das muss manchmal einfach sein und es tut ihnen wirklich sehr gut.

Fazit

Ist das Liebe oder kann der weg? ist ein äußerst lebendiger und witziger Roman, der dem Leser einfach gut tut. Ich kann ihn wirklich absolut jedem empfehlen, der Lust auf eine lockere, spannende Lektüre hat und mal wieder herzlich lachen möchte! 🙂

Bewertung5 herzen

… und für einen Debütroman wirklich sehr, sehr gut gelungen! 🙂

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Ein Gedanke zu “[Rezension] Ist das Liebe oder kann der weg?

  1. Hey Andrea 🙂

    ich freue mich wahnsinnig, dass dir das Buch auch so gefallen hat wir mir 🙂 Ich habe wirklich auch was ganz anderes erwartet und dann wurde ich so positiv überrascht!

    Liebe Grüße,
    Tati

    Gefällt 1 Person

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